Chateau Porte Ouverte , Belgien

Besuch: Dezember 2012

 

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Auf dem Weg zu diesem Chateau in einer recht noblen Gegend von Belgien lag feuchte Kälte in der Luft. Vor Ort angekommen, lässt sich das alte Chateau beim Blick durch die Bäume freistehend im ehemaligen Schloßpark ausmachen. Kaum zu glauben, dass dieses beeindruckende Gebäude bereits vor rund 800 Jahren entstand. Man könnte auch vermuten, es mit einem Neubau zu tun zu haben, wüsste man nicht, dass das Chateau Porte Ouverte  r enoviert wird.

Nicht unweit des Schloßes stehen die ehemaligen Wirtschaftsgebäude und Stallungen. Erstere sind allerdings in einem erbärmlichen Zustand. Nur der Pferdestall mit der Sattelkammer lässt sich noch eindeutig als solcher erkennen. Von hier aus wagen wir einen genaueren Blick auf das Schloß, dessen Geschichte im frühen 11. Jahrhundert mit dem Bau eines Wehrturmes (Bergfried) zum Schutz der römischen Straßen begann.

Im Jahr 1449 wurde dem Turm eine Kapelle hinzugefügt. Nach und nach entstanden weitere Teile, bis das Schloß aussah, wie man es heute kennt.

Der alte Flügel aus dem Jahr 1450 besteht aus einer riesigen Halle mit Treppen, einem Fumoir, einem Warteraum, einem großen Salon, einer Bibliothek, einem kleinen Salon und einem Esszimmer. Diese Zimmer wurden geschmackvoll mit alten belgischen und rheinischen Möbeln, mit Teppichen und Gemälden eingerichtet.

Im Speisesaal gibt es einen großen Kamin mit Relief.  Die damaligen Mitarbeiter befanden sich im Nordflügel. In der Halle gibt es eine monumentale Holztreppe in den ersten Stock, die in die ehemaligen privaten Wohnräume führt.

Neuere Flügel wurden gebaut und im Jahr 1865 entstand eine Remise mit Räumen für das Personal in der ersten Etage.

Es wird behauptet, dass Charles V, begleitet von seinem Sohn Don Juan - dem späteren König von Spanien - für die Jagd  auf die Burg kam. Auch Prinz Willem van Oranje-Nassau wurde als Gast gesehen.

Im 19. Jahrhundert wurde der Bergfried zum Gasthaus für Landwirte.

Während der Kriege wurde das Chateau besetzt und Schätze und Kunstwerke verschwanden.

Im Jahr 1992 verließ der letzte Besitzer das Anwesen.

Es folgten viele Verkaufsverhandlungen. Es heisst ein Japaner sei der neue Eigentümer. Fakt ist jedenfalls, dass sich das Chateau seit einiger Zeit in Renovierung befindet...

Durch Zufall, oder durch den Umstand, wohl zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, war es möglich,  einen letzten Blick auf das bezaubernde Innere dieses wunderschönes Ortes zu erhaschen...Manchmal gibt es eben auch Glücksmomente..


   Hier wird grade umgebaut !
Hier wird grade umgebaut !